Verlieren Quantencomputer Daten?
29.06.2005 um 13:14 Uhr
MÜNCHEN
(COMPUTERWOCHE) - Die Physiker Jasper van Wezel, Jeroen van den Brink
und Jan Zaanen von der niederländischen Universität in Leiden haben
neue Hindernisse auf dem Weg zur Entwicklung von Quantencomputern
entdeckt. Diese speichern Daten in sogenannten Qubits (Quanten-Bits).
Informationen werden dabei durch bestimmte Zustände von Atomen codiert.
Laut den Gesetzen der Quantenmechanik können die Atome Superpositionen
einnehmen, das heißt, mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen. Durch
diese Eigenschaft sollen Quantencomputer wesentlich mehr Rechenleistung
bieten als heutige Rechner.
Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, die Qubits zu
isolieren und deren Zustände zu kontrollieren. Genau darin liegt auch
das Problem, das die niederländischen Forscher nun identifiziert haben.
Ihren Untersuchungen zufolge gibt es eine generelle Instabilität der
Qubits. Die Atome würden spontan ihren Zustand ändern, auch ohne
Einwirkung äußerer Einflüsse. Das würde jedoch bedeuten, dass
Quantencomputer Informationen nicht behalten könnten. "Wir waren sehr
erstaunt, als wir dies feststellten", berichtete Zaanen.
Die Forschungen in Sachen Quantencomputer werden jedoch
weitergehen. So seien nach Einschätzung verschiedener Physiker die
wahren Auswirkungen noch nicht exakt einzuschätzen. Außerdem seien
weitere Experimente notwendig, um die besagten Instabilitätseffekte
näher zu beschreiben. (ba)
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